Wissenswertes über gesunde Haut

Neurodermitis bei Babys

Neurodermitis, auch als atopische Dermatitis bezeichnet, ist ein häufiges Problem bei Babys und Kleinkindern; Schätzungen zufolge leidet in den sog. Industrienationen jedes 5. Kind an den Symptomen. Dazu gehören trockene, schuppige Haut, rote Flecken auf der Kopfhaut und im Gesicht (vor allem auf den Wangen), die sich auf die Arme und Beine ausbreiten können. Oft treten die Symptome bereits in den ersten sechs Lebensmonaten auf und können von unangenehmem Juckreiz begleitet werden1.

 

BESONDERHEITEN DER KINDERHAUT

Zum Zeitpunkt der Geburt sind die Strukturen der Haut zwar schon vollständig ausgebildet jedoch noch nicht richtig funktionstüchtig. Die Haut von Neugeborenen ist daher häufig mit einem weißlichen Belag, der sogenannten „Käseschmiere“ (Vernix Caseosa), bedeckt, die unter anderem vor Feuchtigkeitsverlust und bakteriellen Infektionen schützt.

Kinderhaut ist dünner als die von Erwachsenen und ihre Schutzfunktionen sind noch nicht komplett ausgebildet. Durch eine verminderte Talg- und Schweißdrüsenfunktion neigt die Haut zur Trockenheit. Im Vergleich zu Erwachsenen ist die Körperoberfläche bei Babys und Kindern im Verhältnis zum Körpergewicht deutlich größer. Damit wird Umwelteinflüssen mehr Angriffsfläche geboten und Flüssigkeitsverlust macht sich stärker bemerkbar.

 

Kinderhaut schützen

Was für Erwachsene gilt, gilt für Kinder in besonderem Maße. So kann Hitze beziehungsweise starke Sonneneinstrahlung die zarte Kinderhaut ebenso gefährden wie winterliche Kälte. Das Stichwort Feuchtigkeitsverlust ist in beiden Fällen von besonderer Bedeutung. So ist es bei Minusgraden angebracht, die empfindliche Haut von Säuglingen und Kleinkindern mit entsprechenden Fettcremes zu schützen, da sie diesen Schutz noch nicht mit einer eigenständigen Talgproduktion gewährleisten kann.

Entscheidend ist die regelmäßige, mit entsprechend für Babys geeigneten Produkten. Eltern sollten darauf achten, dass die Basispflege keinen Harnstoff enthält (kann zu einem zeitweiligen Brennen auf der Haut führen) und frei von Duftstoffen ist.

 

WAS SIND DIE URSACHEN VON NEURODERMITIS BEI BABYS?

Die Haut von Babys ist dünner als die von Erwachsenen und die Hautbarriere befindet sich noch in der Entwicklung. Deshalb verliert die Babyhaut schneller Feuchtigkeit und ist empfindlicher gegenüber äußeren Reizen und Bakterien. Erkrankungen wie Neurodermitis werden dadurch begünstigt. Außerdem hat man herausgefunden, dass auch Vererbung eine Rolle spielen könnte: Wenn die Eltern an Neurodermitis leiden oder in ihrer Kindheit an Neurodermitis gelitten haben, ist die Wahrscheinlichkeit für das Kind ebenfalls an Neurodermitis zu erkranken, besonders hoch2.

 

WAS HILFT GEGEN NEURODERMITIS BEI BABYS?

Die folgenden Hautpflege-Tipps können helfen, die unangenehmen Symptome der Hauterkrankung Ihres Babys zu lindern:

 

Creme verwenden

Tragen Sie nach der Reinigung eine verträgliche Pflegelotion auf, die Ceramide und Feuchtigkeitsspender enthält und frei von reizenden Inhaltsstoffen ist. Somit wird die Hautbarrierefunktion unterstützt und die empfindliche Babyhaut kann die notwendige Feuchtigkeit besser speichern. Wir empfehlen eine beruhigende Pflegelotion wie Cetaphil® PRO ItchControl Pflegelotion.

Auf hautschonende Kleidung achten

Ziehen Sie Ihrem Baby locker sitzende Kleidung aus Baumwolle oder Seide an, damit die Haut nicht zu stark an der Kleidung reibt und dadurch gereizt wird. Benutzen Sie zum Waschen der Kleidung ein mildes Waschmittel ohne Duftstoffe.   

Den Juckreiz lindern

Neurodermitis bei Babys kann mit einem starken Juckreiz verbunden sein, der die Kinder manchmal sogar am Schlafen hindert. Es kann sein, dass Ihr Baby sich an den trockenen Stellen kratzt, sodass sich der Ausschlag verschlimmert oder sich die Haut sogar entzündet. Deshalb ist es sehr wichtig, dass Sie den Juckreiz lindern, indem Sie eine sanfte Pflegelotion  mit hautberuhigenden und feuchtigkeitsspendenden Inhaltsstoffen auftragen. Schneiden Sie Ihrem Baby auch die Fingernägel und ziehen Sie ihm Fäustlinge an, damit es sich die Haut nicht aufkratzen kann.

Das Baby nur kurz baden

Baden Sie Ihr Baby nur kurz, etwa 10 Minuten, mit lauwarmem Wasser – möglichst bei 38 °C– und verwenden Sie Waschlotionen , die speziell für die sensible Haut von Babys gedacht sind. Tupfen Sie die Haut nach dem Baden mit einem sauberen Handtuch trocken und vergessen Sie nicht, eine Pflegelotion  aufzutragen, damit die Haut nicht weiter austrocknet.

Temperatur und Luftfeuchtigkeit kontrollieren

Hitze kann belastend sein und einen Neurodermitis-Schub bei Ihrem Baby auslösen. Achten Sie immer darauf, dass Ihr Kind nicht unter zu vielen Decken liegt und dass im Kinderzimmer eine angenehme Temperatur herrscht – ungefähr 18 °C sind ideal. Sie können auch einen Luftbefeuchter ins Kinderzimmer stellen, um die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen.

Im Zweifelsfall zum Arzt gehen

Wenn sich die Symptome bei Ihrem Baby verschlimmern – vor allem wenn sich auf dem Ausschlag Blasen oder ein gelblicher Schorf zeigt – ist es an der Zeit, einen De mitrmatologen aufzusuchen. In manchen Fällen müssen entzündete Hautstellen mit Cortison  behandelt werden.

 

 

 

References:

1. Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften. S2k-Leitlinie Neurodermitis [atopisches Ekzem, atopische Dermatitis].  31.03.2015 [überarbeitet am 21.6.2016; zitiert am 20.02.2018]. URL: http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/013-027l_S2k_Neurodermitis_2016-06.pdf

2. Paternoster et al. Nature Genetics volume 44, pages187–192 (2012)